Vor einiger Zeit kam die außerirdische Rasse der Schließer auf die Erde und hat unseren Planeten in ein intergalaktisches Transportnetz eingebunden, das man durch eine Station betreten kann um ohne Zeitverlust auf einen anderen Planeten zu gelangen. Die einzige Bezahlung, die die Schließer für die Nutzung verlangen, ist eine Geschichte von jedem, der das Netz benutzen will.
Der Moskauer Martin ist Privatdetektiv und hat sich darauf spezialisiert, Fälle zu übernehmen, die ihn auf andere Planeten führen. Als er von einem reichen Russen den Auftrag bekommt, seine Tochter Irina wieder zurück auf die Erde zu bringen, geht Martin zunächst von einem Routineauftrag aus. Das ändert sich jedoch schlagartig, als das Mädchen vor seinen Augen von einem halbwilden Tier getötet wird. Bevor sie endgültig stirbt, kann sie Martin jedoch noch den Namen eines weiteren Planeten mitteilen. Dort angekommen trifft Martin auf eine perfekte Kopie Irinas...
Meine Meinung:
Spektrum ist ein Buch, das ich mir selbst nicht gekauft hätte. Ich hab es vom Heyne-Verlag als "Dankeschön" für meine Teilnahme an einer Ausschreibung bekommen. Zum Glück ist es nicht "Die Elfen" von Bernhard Hennen geworden!
Schon nach den ersten Kapiteln findet man sich in einer klischeearmen und originellen Sci-Fi-Welt wieder. Im Mittelteil wird das Buch deutlich schwächer. Die bis dahin sehr spannende Geschichte kommt ins Stocken: Zunächst denkt man "Langsam könnte er sich etwas neues einfallen lassen.", danach gibt es seitenlange Diskussionen über die Existenz von Gott (und wenn es ihn gibt, in welcher Form), die Existenz der Seele und dem Sinn des Lebens. Danach wird es wieder spannend und zum Schluss auch recht rasant. Lediglich das Ende knüpft eher wieder an die im Mittelteil geführten Diskussionen an und hat mich ein wenig enttäuscht. Doch es gibt noch etwas, was mir sauer aufgestoßen ist. Martin ist ein Gourmet und Sergej Lukianenko stellt diese Tatsache mit teilweise endlos wirkenden Ausführungen über die Vorzüge der russischen und allgemein osteuropäischen Küche dar. Im Überfluss sind auch Verweise auf russische Geschichte, Tradition, Bräuche und unschöne Tiraden auf ihre westlichen Pendants vorhanden.
Gerade diese Tatsache stört mich doch sehr. Einerseits wählt Lukianenko einen sehr "un-russischen", eher westlichen Namen für seinen Hauptakteur (was des öfteren auch im Buch erwähnt wird) und spricht von den Simpsons und Winnie the Pooh, andererseits stellt er gerne die westliche Welt als unkultiviert da.
Fazit:
Wenn man über die, leider ausschweifenden, Passagen über Russische Küche und den Sinn des Lebens hinweg sehen kann, ist "Spektrum" ein durchaus unorthodoxes, wie gutes Sci-Fi Werk fernab der beiden großen "Star-Franchises".
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