Freitag, 23. April 2010

Eyjafjallajökull

Ein isländischer Vulkan hält die Welt (gut, zumindest Europa) in Atem. Es ist nicht der Katla, auch nicht der Hekla oder der Askja, das wäre ja fast schon zu einfach. Es ist der Eyjafjallajökull (sprich Eijafjatlajökütl). Es hätte die internationale Rige der Nachrichtensprecher aber noch schlimmer treffen können. Es hätte auch der Þeistareykjabunga ausbrechen können.

Ein Radarbild der drei Krater des Eyjafjallajökull geistert zurzeit durchs Internet und erinnert dabei sehr an das Gemälde "Der Schrei" von Edvard Munch:
Mir ist auch ein gewisse Ähnlichkeit zu Lord Voldemort aufgefallen. Na Frau Rowling, wäre das nicht ein guter Ansatz für einen achten Harry Potter-Roman?
Mich hat das Radarbild des "Aschemonsters" (Zitat: Bild.de) jedenfalls zu einer Geschichte inspiriert. Nur leider fehlt mir die Zeit, da andere Projekte vorrang haben.

Mich verbindet mehr mit diesem Vulkan-Ausbruch als die meisten Menschen. Nein, ich war nicht wie Millionen von Reisenden auf einem Flughafen gestrandet. Ich war vor Ort und wurde von dem viel böseren Nachbarvulkan Katla angeknurrt.

Meine Reise nach Island jährt sich diesen Juli mittlerweile zum sechsten Mal. Damals bin ich mit einer kleinen Reisegruppe am Eyjafjallajökull (genau genommen ist das lediglich die Bezeichnung des Gletscher, unter dem sich die Magmakammer des Vulkans befindet) vorbei, zum benachbarten Gletscher Mýrdalsjökull gefahren. Nach einer viertelstündigen Klettertour über ein Geröllfeld, während ein Hagelsturm tobte, standen wir schließlich vor den gewaltigen, mit schwarzer Asche bedeckten Eismassen. Wir waren noch keine 10 Minuten dort, da donnerte es markerschütternd aus Richtung des Gletschers. Simultan blickten alle Teilnehmer der Reisegruppe zu den tiefhängenden Wolken hoch. Nur unse Reiseleiterin wurde nervös und scheuchte uns zum Bus zurück.

Im Bus erklärte sie uns dann, dass es kein Gewitter war, was wir gehört hatten, sondern das Grummeln eines Vulkans - wahrscheinlich Katla.

Wo wir beim nächsten Thema wären:
Katla ist größer, böser und stärker als der Eyjafjallajökull.
Wäre Eyjafjallajökull ein Raptor, wäre Katla ein T-Rex.
Wäre Eyjafjallajökull ein Tie-Fighter, wäre Katla der Todesstern.
Wäre Eyjafjallajökull Starscream, wäre Katla Megatron.
usw....
Ihr wisst worauf ich hinaus will. Wenn Katla ausbricht, ist salopp gesagt, die Kacke am Dampfen und die Flugzeuge würden nicht "nur" für fünf Tage am Boden bleiben.
Gut, aber was hat Katla jetzt mit dem Ausbruch des Eyjafjallajökull zu tun?

Island liegt auf dem mittelatlantischen Rücken, eine Spalte, die die nordamerikanische Platte von der eurasischen Plattetrennt. Diese Spalte versorgt die Vulkane Islands mit Magma. So kann man davon ausgehen, dass Katla und Eyjafjallajökull unterirdisch miteinander verbunden sind. Tatsächlich kam es in der Geschichte Islands mindestens zwei Mal vor, dass ein Ausbruch des Eyjafjallajökulls einen größeren Ausbruch des Katlas zur Folge hatte.

Katla steht unter ständiger Überwachung, so weiß man auch, dass er sich seit 1999 in einer Phase der Unruhe befindet. Seit der Eyjafjallajökull Asche spuckt, wurde die Überwachung Katlas verschärft. Islands Präsident Ólafur Ragnar Grímsson (bei dessen Vereidigung zu seiner dritten Amtszeit ich zufällig zugegen war) hat gesagt, dass Island im Falle eines Ausbruchs von Katlas gewappnet sei, sich Europa und Fluggesellschaften weltweit langsam ebenfalls auf den Ausbruch vorbereiten sollten.
Das Katla ausbricht ist so gut wie sicher. Wann er ausbricht steht auf einem ganz anderen Blatt.

Hier noch eine originelle Idee den Ausbruch des Eyjafjallajökull zu vermarkten:
(gefunden auf nerdcore.de)
Der Designer Romain Jeromes bietet Uhren an, in denen Asche und Gestein des Eyjafjallajökull verbaut wurden.
Er bietet wohl auch Uhren mit Teilen der Titanic und Apollo 11 an.
Hätte ich das nötige Kleingeld, ich wäre wahrscheinlich sein Stammkunde.

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