Viel habe ich schon über die neue Comicserie "Locke & Key" gelesen und die Kritiken waren durchweg positiv. In Hamburg fiel mir dann der erste Band mit dem Titel "Willkommen in Lovecraft" in die Hände und ich hab ihn spontan gekauft.
Zur Geschichte:
Die Story dreht sich hauptsächlich um die Teenager Taylor und Kinsey Locke, so wie ihren kleineren Bruder Bode. Nachdem ihr Vater von zweien seiner Schüler ermordet wird, ziehen sie mit ihrer Mutter zu ihrem Onkel Duncan in den alten Familiensitz "Keyhouse".
Taylor macht sich für den Tot seines Vaters verantwortlich, versucht dieses aber vor seinem kleinen Bruder Bode zu verbergen. Kinsey ist es dagegen wichtig, in der neuen Schule nicht aufzufallen. Sie legt ihr "Alternativ-Outfit" ab, um sich nicht von den anderen Schülern abzuheben. Bode dagegen nutzt das Anwesen "Keyhouse" als Spielplatz und erkundet es ausgiebig. Dabei fällt ihm ein Schlüssel in die Hände, mit dem er eine geheimnisvolle Tür öffnen kann. Schreitet man durch die Tür, löst sich die Seele vom Körper und man spukt als Geist umher, bis man erneut durch die Tür geht. Auch entdeckt er den alten Brunnen, indem ein merkwürdiges Wesen haust, das sich als Echo vorstellt und Bodes verstorbenen Vater noch aus dessen Kindheit kennt. Gleichzeitig hält das Echo Kontakt zu Sam, dem im Gefängnis sitzenden Mörder von dem Vater der Locke-Kinder...
Zum Zeichenstil:
Der Chilene Gabriel Rodriguez haucht der spannenden Story von Joe Hill Leben ein. Dabei geht er mit unglaublicher Detailverliebtheit vor. Man sollte sich Zeit nehmen und die Bilder genau inspizieren, um wirklich jede Kleinigkeit zu erfassen.
Doch Rodriguez geizt nicht mit roter Farbe. Die blutigen Passagen der Geschichte werden deutlich dargestellt. Erwähnt wäre hier als Beispiel das seiten-füllende Bild, wie Nina Locke, Mutter der Kinder, Sams Komplizen mit einer Axt den Kopf spaltet. Doch diese deutliche Brutalität unterstreicht das dunkle Schicksal der Locke-Kinder.
Fazit:
Ich hatte bereits einiges über das Comic-Debüt von Joe Hill gelesen und war dementsprechend gespannt. Ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte wird am Anfang und gegen Ende mit Rückblenden erzählt und fügt sich somit erst nach und nach wie ein Puzzle zusammen. Dieses Stilelement hält den Spannungsbogen immer aufrecht, weil man die Handlungen der Personen in der Gegenwart nur nachvollziehen kann, wenn man die Vorgeschichte kennt.
Wer auf spannende Comics mit Action- und Horroreinschlag, fernab von Superman & Co., steht, der wird Band 1 von "Locke & Key" lieben.
Ob Joe Hill den den Namen Handlungsorts der Geschichte "Lovecraft" nur gewählt hat, um ihm etwas mysteriöses zu geben oder ob in späteren Ausgaben die "großen Alten" ein Stelldichein geben werden, kann ich anhand von Band 1 nicht sagen.
Band 2 der Serie ist bereits erschienen und steht schon auf meiner "zu lesen-Liste".
Tipp: Auf der Amazon-Produktseite kann durch einen Klick auf das Cover, die ersten Seiten des Comics lesen. Dabei wird nicht zu viel über die Story verraten.
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